Spätestens seit dem Erfolg von Quentin Tarantinos Film „Pulp Fiction“ ist der Twist wohl auch den Jüngeren unter uns bekannt. Der ursprünglich aus Afrika stammende und in den USA weiter entwickelte Tanzstil gehört noch heute zu einem der bekanntesten und beliebtesten Tanzstile, auch wenn seine große Zeiten vorerst einmal vorüber sind.
Entstehung
Erste Berichte, in denen der Tanzstil Twist auftaucht, stammen aus dem Jahr 1890 aus dem Süden der USA. Die Nachfahren der befreiten Sklaven aus Afrika hatten den Tanz entwickelt. Schon damals war es typisch für den Twist, das Becken sowie die Fußspitzen dazu im Rhythmus zu drehen. Ein ähnlicher Tanzstil ist auch aus Westafrika bekannt, man nimmt deshalb an, dass der Twist wohl ursprünglich aus Westafrika stammt und eben über die Nachfahren der Sklaven in die USA kam. Anfangs war der Twist jedoch auch in den USA eher unbekannt und wurde fast ausschließlich im Süden des Landes getanzt.
Der Twist in der Musik…
Richtig populär wurde der Twist erst zum Ende der 1950er, als der Musiker Hank Ballard den legendären Musiktitel „The Twist“ komponierte. Der Titel wurde allerdings erst als gecoverte Version von Chubby Checker im Jahre 1960 ein richtiger Hit.
Im Jahr 1961 fand im Club „Peppermint Lounge“ in New York eine Party statt, zu der auch viele Prominente der damaligen Zeit eingeladen waren. Die damals noch völlig unbekannte Band Joey Dee and the Starliters spielte „The Twist“ und das Publikum war aus dem Häuschen. Die Promis tanzten die ganze Nacht hindurch und am nächsten Morgen konnte die New Yorker Polizei den Ansturm auf die “Peppermint Lounge” kaum noch abwehren. Damit erreichte der Twist innerhalb kürzester Zeit weltweite Berühmtheit, genauso wie die “Peppermint Lounge” in New York.
… und in Filmen
Wie bekannt und populär der Twist innerhalb kürzester Zeit wurde, zeigt die Tatsache, dass schon im Jahre 1961 der Film „Hey Let´s Twist“ unter anderem mit Joey Dee und der Band gedreht wurde. Bereits ein Jahr später, kam der deutsche Film „Twist … dass die Röcke fliegen“ in die Kinos. Wer einen Gutschein Berlin hat, kann sich in den zahlreichen Musikmuseen der Hauptstadt über den Twist Hype der damaligen Zeit informieren.
Sogar in der DDR erschienen Twist Alben, den modernen Rythmen aus den USA konnte sich also selbst das kommunistische Deutschland nicht entziehen. So nahm beispielsweise Manfred Krug die Platte „Twist in der Nacht“ oder Susi Schuster die Platte „Jodel-Twist“ auf – beides im Jahr 1963.
In West- wie in Ostdeutschland wurde der Tanz von konservativen Kreisen anfangs mit großer Skepsis betrachtet: der Tanz sei nicht gut für die Moral – löse quasi ein Sexualtrauma aus und verursache außerdem Knieverletzungen und Schäden an der Wirbelsäule – so namhafte Orthopäden der damaligen Zeit. Doch auch davon konnte der Siegeszug des Twists scheinbar nicht gestoppt werden. In den 1990ern folgte noch einmal ein Revival, ausgelöst durch Tarantinos „Pulp Fiction“, in dem John Travolta einmal mehr seine tänzerischen Qualitäten zur Schau stellt – neben einer ebenso tanzwütigen Uma Thurman.
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